Singen und Helfen – Mit und Von Sabine Bauer & Manfred Wipler

Burg Giebichenstein

Eine wunderschöne musikalische Tradition wird alljährlich an der steinernen Eichendorff-Bank, hoch über der Saale in Halle, gepflegt. Seit rund dreißig Jahren treffen sich sangesfreudige Hallenserinnen und Hallenser und unsere Gäste zum traditionellen Frühlingssingen anlässlich des Geburtstages des romantischen Dichters Joseph Freiherr von Eichendorff (1788–1857) am 10. März. Eingeladen werden sie dazu von der Singschule Halle e. V. und deren Chören. Initiatoren dieser Tradition sind Sabine Bauer und Manfred Wipler.

Zu den diesjährigen Gästen zählt eine Familie aus der Ukraine. Die beiden Frauen und ihre 4 Kinder sind Kriegsflüchtlinge mit einer traurigen Geschichte. Geflüchtet vor den Schrecken des Krieges wurden sie in Halle (Saale) von einem hilfsbereiten Ehepaar aufgenommen. Noch ist nicht absehbar wie lange diese Hilfsbereitschaft in Anspruch genommen werden muss. Das stellt alle vor große finanzielle Belastungen, denn Kosten für Kleidung, Betten, Nahrung, Strom, Wasser, Gas u.s.w. erhöhen sich plötzlich von 2 auf 8 Personen. Und deshalb haben Sabine Bauer und Manfred Wipler das Goldene Schwein zum Singen mitgebracht, mit der Bitte: „ Das hilfsbereiten Ehepaar zu unterstützen und dafür die Herzen und Geldbörsen zu öffnen.“

v.l. Manuela Hinniger; Sabine Bauer

v.l. Manuela Hinniger; Sabine Bauer

„Wir freuen uns, dass die Großfamilie heute unter uns weilt.“ so, Sabine Bauer

 

 

 

 

 

Zum traditionellen Singen an der Eichendorff-Bank
Eichendorff verbrachte in den Jahren 1805/06 drei Semester an der halleschen Universität „Fridericiana“, um Jura zu studieren. Er hörte aber auch Vorlesungen in Philologie, Philosophie und Psychologie. Reichardts Garten in der Nähe der Burg Giebichenstein und der Klausberge, bekannt auch als “Giebichensteiner Dichterparadies” und Treffpunkt berühmter romantischer Dichter und Musiker, hat Eichendorff wohl nur von außen gesehen. Der junge, unbekannte Student blieb Zaungast, wie die Eintragungen in seinem Tagebuch aus dieser Zeit vermuten lassen.

Im Jahr 1879 wurde vom „Hallischen Verschönerungsverein“ eine erste einfache Gedenkstätte zur Erinnerung an den Dichter, der 1855 – zwei Jahre vor seinem Tod – noch einmal kurz nach Halle zurückkehrte, errichtet. Eichendorff suchte damals die Lieblingsplätze aus seiner Studentenzeit auf, darunter auch die Klausberge, auf die er sich oft zurückgezogen haben soll.

In ihrer heutigen Form mit der halbrunden Steinbank und dem Obelisken gibt es die

Eichendorff-Bank

Eichendorff-Bank

Erinnerungsstätte seit 1899. Im November 2020 wurde die Eichendorffbank abgebaut und von der Stadt Halle, unterstützt durch bürgeschaftliches Engagement, restauriert. Die Wiederaufstellung erfolgte am 17. August 2021.

 

 

Auf der Vorderseite des Gedenksteins in der Mitte der Bank sind die ersten beiden Strophen des Eichendorff’schen Gedichtes Bei Halle von 1841 eingeritzt, das von dem halleschen Komponisten und Musikpädagogen Gerd Ochs später vertont wurde:

Da steht eine Burg überm Tale
Und schaut in den Strom hinein,
Das ist die fröhliche Saale,
Das ist der Giebichenstein.

Da hab ich so oft gestanden,
Es blühten Täler und Höhn,
Und seitdem in allen Landen
Sah ich nimmer die Welt so schön!

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