Marathon mit Mauern eine Autobiografie des deutsch-deutschen Lebens von Lothar Rochau.

Marathon mit Mauern“ eine Autobiografie des deutsch-deutschen Lebens von Lothar Rochau.

„Marathon mit Mauern“ eine Autobiografie des deutsch-deutschen Lebens von Lothar Rochau. Mit Ines und Peter Godazgar.

Weil Lothar Rochau will, dass die Wahrheit über die DDR schonungslos ausgesprochen wird, berichtet er seit 1984 als Zeitzeuge vor Schülerinnen und Schülern. In seinem Buch „Marathon mit Mauern“ erzählt er uns von seinem deutsch-deutschen Leben.

Lothar Rochau wird politisch geprägt durch die Ereignisse des „Prager Frühling“

Als Jugendliche mit 16 Jahren in der DDR, konnten Lothar und seine Freunde nicht verstehen, wie 1968 die Truppen der Warschauer-Pakt-Staaten in der Tschechoslowakischen Sozialisten Republik den „Prager Frühling“ gewaltsam nieder schlugen. Wie man den Versuch, einen „Sozialismus mit menschlichen Antlitz“ aufzubauen, mit Panzern niederrollen konnte. Eingeschränkt von einem staatlichen System, in dem Anpassung und völlige Akzeptanz der Regierung der einzige Weg war, um ein normales Leben zu führen, erlebte Lothar Rochau seine ganz persönliche Eiszeit.

Lothar Rochau rebelliert mit dem Eintritt in die Kirche

Für die Jugend der DDR war damals die Rockmusik ein Katalysator. Und für Lothar auch die Kirche. Als Jugenddiakon machte er für viele Kinder und Jugendliche in Halle-Neustadt den Unterschied. Mehrere hunderte Jugendliche strömten zu den Veranstaltungen seiner Gemeinde. In einer Zeit, in der die Kinder auf das Funktionieren in der kommunistischen Diktatur eingeschworen werden sollten, erreicht Lothar ihre Herzen, versteht ihre Fragen und Sorgen und öffnet Räume für Diskussionen. Er ermöglicht Freiheit.

Lothar Rochau wird im Rochen Ochsen inhaftiert

Dieses Engagement reicht aus, um harte staatliche Reaktionen herauszufordern. Die Staatssicherheit lässt Lothar Rochau bespitzeln und inszeniert ein Gerüst aus Lügen und Konflikten. In einem politischen Willkür-Prozess wird er 1983 zu drei Jahren Haft im Roten Ochsen in Halle (Saale) verurteilt und aus der DDR geworfen. Fast 100 Spitzel wurden auf Lothar Rochau angesetzt. Seine Stasi Akte ist über 10.000 Seiten lang.

Lothar Rochau wird rehabilitiert

Im März 1991 wurde das Urteil gegen Lothar Rochau aufgehoben und er wurde als einer der Ersten strafrechtlich rehabilitiert.

Sein Kampf für die Gerechtigkeit ging damit weiter. Er kehrt nach der Wende nach Halle (Saale) zurück. Seine Versuche mit den Verantwortlichen in Gespräch zu kommen scheitern. Ehemalige DDR Funktionäre, Staatsanwälte, Richter, Offiziere lehnen die Übernahme einer persönlichen Verantwortung ab.

Zitat aus dem Geleitwort von Birgit Neumann-Becker (Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)

„Lothar Rochau und viele Weggefährten zeigen, dass man seinem Gewissen folgen soll, und ermutigen auch heute zum kritischen Nachdenken. Damit leisten sie nichts weniger als einen konkreten, wertvollen Dienst an der Gegenwart und legen eine Saat für die Zukunft unserer Demokratie. Ein Lebensmarathon für Lothar Rochau und für unserer von der Vergangenheit belastete Gesellschaft. Als Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur danke ich ihm von ganzem Herzen dafür, das er diesen langen Weg – auch mit der Arbeit an diesem Buch – geht.“

Danke Lothar Rochau

Lothar wir schätzen dich als einen Hallenser der zu seinem Wort steht und bereit ist für Gerechtigkeit zu kämpfen. Wir danken dir, das du deine Geschichte mit uns teilst und wir danken dir für unsere Freundschaft. Wir haben dein Buch der Stadtbibliothek übergeben, damit alle die mögen deine Geschichte lesen können.

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